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ANFANG
GUT.
ALLES
GUT.
life lectures life discussion life screening
07.10.2011, 18.00h - 09.10.2011,19.00h
KUB Arena
Kunsthaus Bregenz
Karl-Tizian-Platz
A - 6900 Bregenz
mit/von
Roger Behrens (Hamburg), Eva Birkenstock (Bregenz), Robert Burghardt (Berlin),
Devin Fore (New York), Anke Hennig (London/Berlin), Christiane Ketteler (Berlin),
Anja Kirschner/David Panos (London), Nina Köller (Berlin), Avigail Moss (London),
Andreas Müller (Berlin), Kerstin Stakemeier (Berlin), Marina Vishmidt (London),
two slaves (London)
Freitag, 07.10.2011
18.00h - 19.00h
Anke Hennig (London/Berlin)
Ist Heute die Zukunft von Gestern?
Zeitverschiebungen in der metanoetischen Sprache (Zaum') des russischen Futurismus (dt.)
Der Vortrag behandelt sprachliche Zeitverschiebungen (temporal shifts, vremennye sdvigi) und das
poetische Verfahren der Verschiebung (sdvig), das der Futurist Aleksej Kručenych 1922 in seiner
„Verschiebungslehre des russischen Verses“ (Sdvigologija russkogo sticha) thematisiert hat. Das
Nachdenken über das Verhältnis des Futurismus zur Zukunft soll in eine neue Übersetzung der
futuristischen Sprache „Zaum“ als „metanoetische Sprache“ münden.
20.00h - 21.00h
Anfang gut. Alles gut.
Fanzine #3 - Release
Die dritte und letzte Ausgabe des Fanzines – Teil einer Reihe von drei DIN-A5-Heften, die seit April 2010
das Projekt begleitete – zeigt Materialien, Teilaktualisierungen und Texte von fast allen am Projekt beteiligten
Produzentinnen. Für die aktuelle Ausgabe haben letztere auf ihre ersten Entwürfe, die im Rahmen von
„Anfang Gut. Alles Gut.“ entstanden sind, zurückgeblickt, um sie zu erweitern, zu aktualisieren oder zu
kommentieren. Das letzte Fanzine liefert somit einen fragmentarischen Überblick, der vergegenwärtigt, auf
welche Weise sich die Beteiligten an die gemeinsame historische Referenz, die „Oper Sieg über die Sonne“,
annäherten. Das Fanzine #3 wird erstmalig in der KUB Arena präsentiert und vor Ort zu erwerben sein.
Samstag, 08.10.2011
14.00h - 14.30h
Roger Behrens (Autor, Hamburg)
Oper. Das Kraftwerk der Zukunft (dt.)
Neben einem kurzen Abriss zur Geschichte der Oper wird sich der Beitrag von Roger Behrens auf die
folgenden vier Aspekte konzentrieren: erstens der „Oper“ als Inbegriff von Ideal, Idee und Realität moderner
Ästhetik, zweitens dem Niedergang bürgerlicher Kunst und der gleichzeitigen Krise der modernen Gesell-
schaft, drittens Sieg über die Sonne als Oper, aber ebenso auch Kritik an der Oper, und viertens Sieg über
die Sonne als Versuch einer radikalen Selbstreflexion – gegen und über die Modernität und ihre ästhetischen
Versprechen hinaus.
14.30h - 15.00h
Devin Fore (New York)
„All is well that begins well and has no end”: Primitive Accumulation and Metabiosis in the work of Dziga Vertov (engl.)
While Victory Over the Sun may seem to promise a radical break with the imperialist past and with traditional
aesthetic forms, this caesura is undermined repeatedly in the opera by the return of revenant figures from
pre-revolutionary society. But this does not necessarily condemn the revolution to failure. Through a reading of
Dziga Vertov’s film The Eleventh Year, this talk explores Khlebnikov’s idea of the “metabiotic community,” a form
of relationality and intimacy that forges bonds of solidarity between subjects across generations and history.
15.00h - 16.30h
Diskussion (engl.) / Pause
16.30h -17.00h
Christiane Ketteler (Autorin, Übersetzerin und Lehrerin für Deutsch, Berlin)
Political Art or Art as Politics – some Remarks via Trotzki (dt.)
In der Adaption von Trotzkis Kritik am späten „Futurismus“ aus „Literatur und Revolution“ sollen die Konfliktlinien
zwischen avantgardistischer Kunst und Politik nachgezeichnet und für die zeitgenössische Situation aktualisiert werden.
17.00h - 17.30h
Marina Vishmidt (Autorin, PhD Researcher, London)
„The world is like a hole and the hole itself is not hollow” – Abstraction as Allegory in Art and Finance (engl.)
Drawing on the passages on art, finance and the developments in real abstraction which correlate them from textsco-produced
with Anthony Iles in the past year and a half, I would like to focus on the 'mimetic allegories' between the crisis of representation
indexed in Russian futurism – political, social, semantic, ontological – and the unrepresentability of finance, perhaps specifically
in 'representations of crisis' in recent art production. Since art and finance are in different ways, both technologies of representation
of capital, how do we track crises, be it in the forms of representation, the underlying 'system' or the relation of representation itself?
17.30h - 18.30h
Diskussion (engl.)
18.30h - 19.00h
Avigail Moss (Künstlerin, London)
o.T. (untitled) (engl.)
"It turns out that between a given point and a straight line, one can draw several perpendiculars." So goes one of the final sentences
in Viktor Shklovsky’s 1923 book, Zoo: ili, Pis’ma ne o l’ubvi (Zoo; or, Letters Not about Love, or the New Heloise). A telling line for a
book little concerned with linearity.
Sonntag, 09.10.2011
14.00h-14.45h
Andreas Müller (Berlin / Hamburg)
Town and Revolution (1967) – Architektur von einem Buch aus (dt.)
Anatole Kopp’s Buch „Town and Revolution“ erschien 1967 in Paris. Auf einer Zeitschiene läge es etwa in der Mitte zwischen heute
und der Premiere von „Victory over the Sun“. Einer seiner Protagonisten, der Architekt Ivan Leonidov, begann in den 1920er Jahren
als Entwerfer von revolutionären Gemeinschaftsgebäuden und arbeitete später über viele Jahre an einer utopischen Stadt namens
„City of the Sun“.
14.45h-15.15h
Robert Burghardt (Architekt, Berlin) / Kerstin Stakemeier (Kunsthistorikerin, Berlin)
Modernism the Allmighty. (Einige) Modernismen diskutiert als Prinzipien der Zeitgenossenschaft
Es gibt gute Gründe gegen die Realität, wie sie ist, vorzugehen, wir müssen sie also ändern. Dafür kommen wir nicht umhin, nicht nur
die Möglichkeiten unserer Zeit auszuloten, sondern ebenso die Möglichkeiten der Zukunft, im Wissen um die vergangenen Erfahrungen.
Das ist der Anspruch unseres aktualisierten Modernismus. Wir marschieren durch sein historisches Feld und reihen den Konstruktivismus
Hannes Mayers und die jugoslawischen Partisanendenkmäler neben dem russischen Futurismus ein.
15.15h - 16.00h
Diskussion (engl.)
16.00h - 16.30h
Slaves with Marina Vishmidt
Speculations, potentially unrealized commerce (engl.)
We will somehow humanise the positions into which we are being assimilated, the positions of an avant-garde art movement. Now we are
trying to buy our way out of it by occasionally making androgynous purchases.
16.30h-18.00h
Diskussion (engl.) / Pause
18.00h-19.00h
Anja Kirschner (Künstlerin, London) / David Panos (Künstler, London)
The Empty Plan (engl.)
Shifting between documentary, historical actualisation and melodrama, The Empty Plan (HD video, 78mins, 2010) interrogates the relationship
between theory and practice in the theatre of Bertolt Brecht. Exploring different modes of performance and their relation to changing historical
and political circumstances the film raises questions about the nature of art and the unrealised dream of its supersession through revolutionary practice.
Einführung / Moderation: Eva Birkenstock & Kerstin Stakemeier
ANFANG
GUT.
ALLES
GUT.
AKTUALISIERUNGEN DER RUSSISCH-FUTURISTISCHEN OPER „SIEG ÜBER DIE SONNE“
ERÖFFNUNG d. AUSSTELLUNG
03 Mai 2011 ab 19 Uhr
BASSO, KÖPENICKER STR. 187-88, 10997 BERLIN
07 – 08 Mai · 2011
13:00 - 19:00 Exhibition
15:00-19:00 Futurism? Inputs and Discussion:
In Our Futurism
Eva Birkenstock, Nina Köller,
Kerstin Stakemeier
Modernism the Allmighty
Robert Burghardt
Trotzki‘s Futurism
Christiane Ketteler
National moments in Russian Futurism
David Riff
20:00 Bar
weitere Termine:
19 – 22 Mai · 2011
26 – 29 Mai · 2011
Das Programm
Und von Juli - Oktober 2011 in der
KUB Arena, Bregenz
Akademie c/o Neuer Berliner Kunstverein
Öffentliches Seminar
Donnerstag, 20. Januar 2011, 19.00 Uhr
Neuer Berliner Kunstverein, Chausseestr. 128-129, 10115 Berlin
Anlässlich des Erscheinens der neuen Ausgaben der Publikationsreihe Disko - herausgegeben von der Akademie c/o Lehrstuhl Architektur und Stadtforschung der AdBK Nürnberg - diskutieren die Autoren der Hefte 16 und 19 ihre Beiträge.
Nine Budde, Robert Burghardt, Kito Nedo
Townhouses
Musste vor wenigen Jahren noch erklärt werden, um was es sich dabei handelt, weist der Begriff des Townhouse heute weit über eine Handvoll realisierter Immobilien hinaus. Es wird als innerstädtische Alternative zum suburbanen Einfamilienhaus ebenso verhandelt, wie als strukturelle Grundlage der städtebaulichen Reparatur des (Ost-) Berliner Zentrums, wie als schlüsselhaftes Element der Bürgerstadt im Sinne einer an Eigentum geknüpften Teilhabe am Gemeinwesen.
Oliver Miller, Daniel Schwaag, Ian Warner
The New Death Strip
Seit der Wiedervereinigung wird das knapp 170km lange Areal des Berliner Mauerstreifens in verschiedenster Weise bebaut, gestaltet, interpretiert, an- und übereignet. Nichts in diesem "Museum der Gegenwart" ist älter als 20 Jahre. Es ist entstanden auf einer städtebaulichen Tabula rasa, deren einzige (offensichtliche) Geschichte überwunden, geheilt oder vergessen werden soll, und somit das allgegenwärtige Bedürfnis nach Authentizität und Kontextualität wortwörtlich ins Leere laufen lässt.
Im Anschluss findet die Preisverleihung zum Schreibwettbewerb der Akademie zur Frage "Was ist - Raumproduktion der Berliner Republik" statt.
Weitere Informationen zur Akademie c/o finden sich unter www.akademie-co.org
ANFANG GUT. ALLES GUT.
eine Aktualisierung der russischen futuristischen Oper SIEG ÜBER DIE SONNE
Präsentation des zweiten Fanzines
basso | Freitag, 10. Dezember 2010
21.00-2.00
mit Beiträgen von
Thomas Baldischwyler
Mareike Bernien/Kerstin Schroedinger
Nine Budde
Robert Burghardt
Fox Hysen/Susanne M. Winterling
Nicholas Matranga
Ruth May
Avigail Moss
Andreas Müller
Johannes Paul Raether
Schroeter und Berger
Jessica Sehrt
Amy Sillman
Dmitry Vilensky
Peter Wächtler
Musik: Orakel DJ Team, Oliver Jelinski
Modell des Denkmals für die Moderne in der Ausstellung:
REALSTADT.Wünsche als Wirklichkeit.
2. Oktober 2010 bis 28. November 2010 im Kraftwerk Mitte, Berlin
Eröffnung 1. Oktober 2010 um 19:00 Uhr
Im Herbst 2010 ist Berlin Schauplatz der großen Stadtausstellung REALSTADT.Wünsche als Wirklichkeit. Diese Ausstellung handelt nicht nur von der Stadt selbst, sondern auch vom Umgang mit ihr. Sie tut dies anhand der Wünsche unterschiedlicher Akteurinnen und Akteure, die darin wirksam werden: alltägliche Wünsche und spektakuläre, idealistische und ökonomische, lokale und weltumspannende. Denn: Städte sind aus Wünschen gebaut, von Wünschen bewegt und von Wünschen durchlebt.
Text "Von der IBA zum Townhouse"
zur Informationsausstellung "Mit dem Townhouse leben" – , organisiert von Dominikus Müller und Kito Nedo, 17. Juli - 21. August 2010
Galerie Kai Hoelzner
Adalbertstr. 96, D-10999 Berlin
LECTURE
As found: The architecture of Alison and Peter Smithson
Alison and Peter Smithson, co-founders of Team X and instigators of New Brutalism, were engaged protagonists in rejuvenating the spirit of the modern movement after the Second World War. Unlike their modernist predecessors they didn’t start from scratch, instead they developed a vision of a new society by embracing the postwar ruined landscape. In this way the Smithsons treated the world “as found.” As Alison and Peter Smithson formulated for their Golden Lane Housing competition entry in London of 1952: “Buildings should be thought of from the beginning as fragments; as containing within themselves a capacity to act with other buildings: they should be themselves links in systems.” In other words while relating to their surrounding environment the new buildings become fragments of a new order: the existing fabric “re-energised by the new”. The new world the Smithsons strived after, was not some distant and ideal place, but was understood as the transformation of the present, accepting all its disorder and contradictions.
Today the ruins of Brutalism and Functionalism seem to be the fossils of modernity. What if we not just reject those witnesses as another failed idealism, but think of them as OUR ruins, waiting to be re-energized by new structures aiming at the transformation of today?
Tuesday 08.06.10
@ A 072 TU Berlin, Architecture Building, Ernst Reuter Platz
19.00 Uhr
Lecture organized within:
“Berlin is a Green Monster” Studio and “The Future is Now! Models?” Theory Seminar
http://cud.architektur.tu-berlin.de/wordpress/?p=221
12.05.2010
FATZERMOBIL
Letzte Chance das "Fatzermobil" im arttransponder im Rahmen der Ausstellung "Revolution?" zu sehen.
Fatzer ist ein Schreibort.
Die von Brecht verworfene und von Heiner Müller Ende der 70er-Jahre aufgegriffene Figur bezeichnet einen Denkraum, in dessen Mittelpunkt die Frage nach den Möglichkeiten politischen Handelns angesichts der Einsicht steht, dass eine Revolution – die grundlegende Neuordung gesellschaftlicher Verhältnisse – im Jetzt nicht zu erwarten ist. Das Fatzermobil versammelt Dokumente und Artefakte politischen Handelns und fügt sie zu einem Apparat, einem mobilen Bühnenbild, in dem sie außerhalb ihres verlorengegangenen Wirkungsraums zur Aufführung werden können. Das Mobil ist Teil eines fortlaufenden Gesprächs anhand Materialien und Fragen aus dem Arbeiten der Beteiligten.
Eine Produktion von Robert Burghardt, Sönke Hallmann, Elske Rosenfeld, Inga Zimprich
FINISSAGE: Samstag, 15. Mai, 19 Uhr
Brunnenstraße 151, 10115 Berlin
08.03.2010
Neue Webseite zur Dokumentation meiner Diplomarbeit.
www.denkmal-für-die-moderne.de
08.03.2010
Bericht in der taz über die Ausstellung der Arbeit in der TU
Nach der Moderne ist in der Moderne
hier als scan
Der Anti-Humboldt
EINE VERANSTALTUNG ZUM SELEKTIVEN RÜCKBAU DES HUMBOLDT-FORUMS
SAMSTAG 11.7.09 | 20UHR | SOPHIENSAELE | BERLIN, SOPHIENSTR.18
Das geplante Humboldt-Forum wurde seitens der Kulturpolitik als rettende Idee zur Legitimation der Schlossrekonstruktion in Berlin Mitte präsentiert. Es soll zum großen Teil die Sammlungen außereuropäischer Kunst und Kultur der Stiftung Preussischer Kulturbesitz beherbergen.
Die Kombination aus dem Abriss des Palastes der Republik, der rekonstruierten preussischen Schlossfassade und den ethnologischen Sammlungen aber provoziert Fragen. So ist bislang nicht zu erkennen, dass es bei dem Humboldt-Forum um eine Reflexion der Gewalt gehen könnte, die im Zuge des Kolonialismus - Hauptentstehungszeitraum der “Sammlungen” - von Europa aus auf den Rest der Welt ausgeübt wurde. Vielmehr wird Andersheit in Stellung gebracht, die lediglich der Souveränitäts- und Kosmopolitismusdemonstration Deutschlands dient.
Der Abend lädt zu einem Panoramaschwenk über die historisch-politische Konstellation vor Ort und zur Entfaltung des Problemfeldes “Humboldt-Forum” ein. Workshops am folgenden Tag vertiefen die kritische Diskussion.
WORKSHOPS ZU NATIONBRANDING, POSTKOLONIALEN DISPLAYS UND RESTITUTIONSFRAGEN
SONNTAG 12.7.09, 11UHR HUMBOLDT UNIVERSITÄT, HAUSVOGTEIPLATZ 4-5
Partisanendenkmäler im ehemaligen Jugoslawien
Dia-Vortrag und Lesung von Robert Burghardt
23. Februar 2008, 21:00
@ b_books, Lübbener Str. 14, Berlin Kreuzberg,
U1 Schlesisches Tor
Im sozialistischen Jugoslawien wurden viele tausende ”Revolutionsdenkmäler“ errichtet, die der Ereignisse des zweiten Weltkriegs aus der Perspektive der kommunistischen Partisanen gedenken. Diese Denkmäler sind bemerkenswert, denn sie unterscheiden sich in ihrer Formensprache und in ihrem Gedenkkonzept wesentlich von Denkmälern in anderen real-existierenden sozialistischen Staaten. So findet man zwar einige, vor allem kleinere Denkmäler aus der Periode 1945-1955, die im Stil des sozialistischen Realismus errichtet wurden, doch eröffnet sich zumeist – Jugoslawiens eigenem Weg des ”Selbstverwaltungssozialismus“ folgend – ein erstaunliches Formenvokabular, welches sich im großen und ganzen im Fahrwasser der Moderne bewegt, dabei jedoch aber anders, unbekannt und eigen ist.
Zu den Denkmälern führte mich zunächst das Interesse an dieser jugoslawischen Moderne, von der für mich eine besondere Faszination ausging. Zum einen hat sich in der Atmosphäre des sozialistischen Jugoslawiens ein spannendes Experimentierfeld zwischen Ost und West entwickelt und zum anderen lassen sich an Jugoslawien besonders deutlich emanzipatorischen Aspekte der Moderne ablesen, und das vor allem im Kontrast zu den Ergebnissen der Kriege der 90er Jahre.
Die Denkmäler standen im Zentrum des ”zweiten Jugoslawiens“ (1943-1991), denn sie markieren dessen Ausgangspunkt und verkünden deren moderne Perspektive. Als ästhetische Zeugen des jugoslawischen Sozialismus thematisieren sie das Verhältnis von Form und Programm. Denkmäler sind architektonische Sonderfälle, in ihrem Verhältnis von Form zu Funktion sind sie fast ausschließlich Form, wobei ihre Form im Dienste eines übergeordneten Programms steht, an dessen Abwesenheit jene Denkmäler nun erinnern.
Meine Betrachtung der Denkmäler geht von der These aus, dass die Denkmäler aufgrund ihrer abstrakten Formen einen Rest an Aktualität bewahrt haben. Dabei interessiert mich vor allem das Verhältnis von Formensprache und Programm. Wie stellt sich das Verhältnis von deren Kommissionierung, dem Programm ihrer KommissioniererInnen, deren abstrakter Formensprache und deren fast barocke, auf jeden Fall erhabenen, monumentale Größe dar?
Die Denkmäler zeugen von einem starken Formwillen; sie verkörpern Gesten welche in die Zukunft hineinreichen. Dieses tun sie heute inmitten von Landschaften, die davon gezeichnet sind, dass ihre Zukunft in Zweifel steht. Nach dem Scheitern des sozialistischen Programms, stellen sie die Frage nach den Möglichkeiten politischen Handelns.
Ist der Wille politisch zu sein, das heißt, sich als ein handelndes Subjekt wahrzunehmen, das auf die Gestaltung der Gesellschaft Einfluss ausüben kann, gleich Formwille? Und in welcher Weise stellt sich die Frage des Programms, gerade in einer Beschäftigung mit den Scherben des Kommunismus?
In meinem Vortrag werde ich Bilder von einer Auswahl jener Denkmäler zeigen, die ich im Sommer 2008 besucht habe. Dazu möchte ich kurze Textpassagen vorlesen, die in verschiedenen Richtungen auf die Denkmäler verweisen. Im Anschluss freue ich mich auf eine Diskussion mit euch.